Die Mesotherapie zählt zu den injektionsbasierten Behandlungen und unterscheidet sich damit deutlich von einer klassischen Gesichtspflege. Über sehr feine Nadeln werden kleine Mengen eines Wirkstoffcocktails direkt in die mittlere Hautschicht eingebracht, dorthin, wo Cremes kaum hingelangen. Der Gedanke dahinter: die aktiven Substanzen am Ort des Geschehens platzieren, statt sie nur auf der Oberfläche aufzutragen.

Weil dabei die Haut durchstochen wird, ist die Mesotherapie ein invasiver Eingriff mit entsprechenden Anforderungen an Hygiene und Qualifikation. Realistische Erwartungen und ein gutes Vorgespräch sind hier besonders wichtig, denn Wirkung und Verträglichkeit fallen individuell unterschiedlich aus. Ein seriöser Anbieter verspricht keine garantierten Ergebnisse.

Welche Wirkstoffe injiziert werden

Die Cocktails werden je nach Hautziel zusammengestellt. Häufig kommen Kombinationen mehrerer Substanzen zum Einsatz, abgestimmt auf Trockenheit, müden Teint oder nachlassende Spannkraft.

WirkstoffSoll wirken auf
Niedermolekulares HyaluronFeuchtigkeit, Spannkraft
Vitamin CAntioxidans, Teint
Vitamin- und Aminosäuren-KomplexeVersorgung, Hautqualität
NiacinamidBarriere, Rötungen

Anders als Botox oder klassische Filler soll die Mesotherapie kein Volumen aufbauen und keine Muskeln lähmen, sondern die Hautqualität verbessern. In diesem Punkt ähnelt sie der Idee hinter Skinboostern, nutzt aber oft flachere Einstiche und gemischte Cocktails statt eines einzelnen, konzentrierten Hyaluronpräparats.

Wie eine Sitzung abläuft

  1. Reinigung und Desinfektion der Haut
  2. Auftragen einer betäubenden Creme, etwa 20 Minuten Einwirkzeit
  3. Injektion in vielen kleinen Einstichen, per Hand oder mit einer Mesotherapie-Pistole
  4. Beruhigende, abschwellende Pflege zum Abschluss

Die eigentliche Behandlung dauert 20 bis 40 Minuten. Kleine Quaddeln, Rötungen und vereinzelt Blutergüsse sind normal und klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Für ein Ergebnis sind in der Regel drei bis fünf Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen üblich, danach eine Auffrischung alle paar Monate. Eine einzelne Sitzung allein zeigt selten den gewünschten Effekt.

Wer die Behandlung durchführen darf

Das Injizieren von Wirkstoffen in die Haut ist in Deutschland kein Bereich für jede Kosmetikerin. Je nach eingesetztem Präparat und Eindringtiefe fällt die Mesotherapie unter Heilkunde und ist damit Ärztinnen, Ärzten und teilweise Heilpraktikern vorbehalten. Reine Kosmetikstudios bewegen sich hier in einer rechtlichen Grauzone, sobald echte Injektionen ins Spiel kommen.

Vor einer Behandlung gehören ein ärztliches oder heilkundliches Aufklärungsgespräch, die Klärung von Allergien und Vorerkrankungen sowie die Dokumentation der verwendeten Präparate dazu. Lassen Sie sich die Qualifikation der durchführenden Person zeigen und fragen Sie nach, welche Substanzen injiziert werden. Wer lediglich eine oberflächliche Wirkstoffpflege ohne echte Injektion sucht, ist mit nicht-invasiven Methoden wie Microcurrent oft besser bedient.

Für wen sie nicht geeignet ist

Nicht durchgeführt werden sollte die Mesotherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Blutgerinnungsstörungen oder unter Blutverdünnern, bei akuten Hautinfektionen, Herpes im Schub sowie bei bekannten Allergien gegen die eingesetzten Substanzen. Bei stark gereizter Haut ist es sinnvoll, zunächst die Hautbarriere zu stabilisieren, bevor injiziert wird, weil sonst zusätzliche Reizungen drohen.

Kosten und Erwartung

LeistungBeschreibungPreis
EinzelsitzungGesicht, ein Cocktail120 bis 250 €
BehandlungsserieDrei bis fünf Sitzungen400 bis 1000 €
AuffrischungEine Sitzung nach Monaten120 bis 220 €

Heilversprechen sind fehl am Platz: Die Mesotherapie kann die Hautqualität unterstützen, ersetzt aber weder gesunde Pflege noch ärztliche Behandlung von Hauterkrankungen. Die Ergebnisse sind individuell sehr verschieden. Weitere Verfahren zeigt die Kategorie Gesichtsbehandlungen.

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