Haarausfall betrifft Millionen Menschen in Deutschland – und die Suche nach wirksamen Behandlungen ist groß. PRP (Platelet-Rich Plasma, deutsch: plättchenreiches Plasma) hat sich in den letzten Jahren als vielversprechende Option etabliert.
Was ist PRP?
Dem Patienten wird Blut abgenommen (wie bei einer normalen Blutentnahme: 10–30 ml). Dieses Blut wird zentrifugiert, wodurch die Blutplättchen (Thrombozyten) konzentriert werden. Das gewonnene Plasma enthält Wachstumsfaktoren wie VEGF, PDGF und TGF-β, die Zellproliferation und Geweberegeneration fördern. Dieses konzentrierte Plasma wird in die Kopfhaut injiziert.
Wie wirkt PRP gegen Haarausfall?
Wachstumsfaktoren im PRP:
- Verlängern die Wachstumsphase (Anagen) der Haarfollikel
- Regen Stammzellen im Follikel zur Aktivität an
- Fördern die Blutgefäßbildung im Follikelbereich (bessere Nährstoffversorgung)
- Reduzieren lokale Entzündungsreaktionen
Für wen ist PRP gegen Haarausfall geeignet?
Besonders geeignet: Frühe bis mittlere androgenetische Alopezie (männlicher oder weiblicher Haarausfall), diffuser Haarausfall durch Stress oder Nährstoffmangel, Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall) in Kombination mit anderen Therapien.
Weniger geeignet: Fortgeschrittene Kahlheit mit komplett narbierten Follikeln – dort sind keine lebenden Follikel mehr vorhanden, die stimuliert werden könnten.
Behandlungsprotokoll
Empfohlenes Grundprotokoll: 3–4 Sitzungen im Abstand von 4–6 Wochen, danach alle 3–6 Monate Erhaltungssitzungen. Ergebnisse zeigen sich nach 3–6 Monaten (so lange braucht das Haar, um sichtbar nachzuwachsen).
Kosten
200–500 € pro Sitzung. Ein initialer Kurs (3 Sitzungen) kostet 600–1.500 €. PRP ist keine Kassenleistung in Deutschland.
PRP vs. Minoxidil vs. Finasterid
PRP, Minoxidil (topisch) und Finasterid (oral, nur Männer) sind die am besten belegten nicht-chirurgischen Methoden gegen androgenetische Alopezie. In Kombination zeigen sie synergetische Wirkung. PRP hat keine systemischen Nebenwirkungen, muss aber regelmäßig wiederholt werden.
FAQ: PRP Haarausfall
- Wie schmerzhaft ist PRP auf der Kopfhaut?
- Mit Betäubungscreme gut tolerierbar. Manche Studios verwenden auch lokale Betäubungsinjektionen für maximalen Komfort.
- Wie schnell sieht man Ergebnisse?
- Erste Verbesserungen (weniger Ausfall, neue Baby-Haare) nach 3–4 Monaten. Volle Wirkung nach 6–12 Monaten.
- Kann PRP mit anderen Haarbehandlungen kombiniert werden?
- Ja. Kombination mit Head Spa, Mesotherapie oder Microneedling der Kopfhaut (Dermaroller) ist sinnvoll und verstärkt die Wirkung.
- Ist PRP dauerhaft?
- Nein – es ist eine Erhaltungstherapie. Ohne Wiederholungssitzungen kann der Haarausfall nach 12–18 Monaten wieder zunehmen.
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