Die LED-Lichttherapie nutzt Licht definierter Wellenlängen, um Prozesse in der Haut anzuregen. Anders als ein Laser arbeitet sie ohne Wärme und ohne Verletzung der Hautoberfläche. Das macht sie schmerzfrei und ausgesprochen gut verträglich – aber auch zu einer eher unterstützenden Methode.

Verschiedene Lichtfarben dringen unterschiedlich tief ein und sprechen verschiedene Zelltypen an. Daraus ergeben sich die typischen Einsatzgebiete von rotem und blauem Licht, manchmal ergänzt durch weitere Farben.

Wie die Lichtfarben wirken

Die Wellenlänge bestimmt, wo das Licht in der Haut ankommt und was es dort bewirkt.

LichtfarbeWellenlängeWirkung
Blauca. 415 nmgegen Aknebakterien, bei Unreinheiten
Rotca. 630 nmregt Zellaktivität an, beruhigt
Nahinfrarotca. 830 nmdringt tiefer ein, unterstützt Regeneration

Was rotes Licht kann

Rotes Licht dringt vergleichsweise tief ein und wird mit einer Anregung der Zellaktivität in Verbindung gebracht. In der Kosmetik wird es eingesetzt, um die Haut zu beruhigen, Rötungen zu mildern und die Regeneration nach anderen Behandlungen zu unterstützen.

  • Beruhigung gereizter oder geröteter Haut
  • unterstützende Wirkung bei Hautalterung
  • Nachsorge nach Microneedling oder Peeling
  • Förderung eines gleichmäßigeren Hautbilds

Gerade als Abschluss eines Microneedlings oder einer breiteren Anti-Aging-Behandlung wird Rotlicht häufig eingesetzt.

Was blaues Licht kann

Blaues Licht bleibt oberflächlicher und zielt auf Bakterien, die an der Entstehung von Akne beteiligt sind. Es wird deshalb begleitend bei unreiner Haut eingesetzt, meist als ein Baustein einer umfassenderen Akne-Behandlung.

Warum es selten allein wirkt

Als einzige Maßnahme ist blaues Licht meist zu schwach. In Kombination mit Ausreinigung, Peelings und passender Pflege entfaltet es seinen Nutzen besser.

Ablauf und Dauer

Die Anwendung ist denkbar einfach. Nach der Reinigung wird das Gesicht unter ein Paneel oder eine Maske mit LEDs gelegt. Eine Sitzung dauert meist 15 bis 30 Minuten, in denen man entspannt liegt. Eine Schutzbrille gegen das helle Licht ist üblich.

  1. Reinigung der Haut
  2. Positionierung unter dem LED-Paneel
  3. Bestrahlung mit der passenden Lichtfarbe
  4. abschließende Pflege

Was während der Sitzung zu beachten ist

Auch wenn die Anwendung unkompliziert ist, gibt es ein paar Punkte, die das Ergebnis und den Komfort beeinflussen. Die Haut sollte vor der Bestrahlung sauber und frei von Make-up sein, da Pigmente und Cremes das Licht teilweise abschirmen. Die mitgelieferte Schutzbrille ist kein Beiwerk, sondern schützt die empfindliche Netzhaut vor dem intensiven Licht. Während der Sitzung liegt man ruhig, der Abstand zum Paneel bleibt konstant, damit die Dosis stimmt. Manche Studios kombinieren die Bestrahlung mit einem zuvor aufgetragenen Wirkstoff, der die Wirkung unterstützen soll.

Wie der Effekt entsteht

Der Wirkansatz der LED-Therapie wird mit der sogenannten Photobiomodulation beschrieben. Licht bestimmter Wellenlängen trifft auf Bestandteile der Zellen und soll dort Stoffwechselprozesse anregen, ohne die Haut zu erwärmen oder zu schädigen. Daraus leiten sich die beworbenen Effekte auf Regeneration und Beruhigung ab.

Wichtig ist eine nüchterne Einordnung der Studienlage. Es gibt durchaus Hinweise auf positive Effekte, besonders bei roter und blauer Wellenlänge, doch die Ergebnisse fallen je nach Gerät, Dosis und Anwendungsdauer unterschiedlich aus. Die Therapie ist gut belegt als unterstützende Maßnahme, nicht als alleinige Lösung. Wer regelmäßig und über mehrere Wochen behandelt, hat die besten Aussichten auf einen sichtbaren Effekt, während sporadische Einzelsitzungen kaum etwas bewirken.

Kosten und Frequenz

LeistungPreis
einzelne LED-Sitzung20 bis 50 €
als Zusatz zu anderer Behandlung15 bis 30 €
Kurpaket (10 Sitzungen)ab 180 €

Weil der Effekt sich aufbaut, sind mehrere Sitzungen pro Woche über einige Wochen üblich. Eine einzelne Bestrahlung bringt kaum sichtbare Veränderung.

Weitere Lichtfarben im Überblick

Neben Rot und Blau bieten manche Geräte zusätzliche Farben an, deren Datenlage allerdings dünner ist. Sie werden meist als unterstützende Programme beworben, nicht als eigenständige Lösung.

  • Grünes Licht wird mit der Beruhigung von Pigment und Rötungen beworben
  • Gelbes Licht soll gereizte, gerötete Haut beruhigen
  • Kombinationsmodi wechseln zwischen mehreren Wellenlängen

Wer auf eine bestimmte Wirkung hofft, sollte realistisch bleiben: Je weiter man sich von Rot und Blau entfernt, desto schwächer ist die Belegbarkeit.

Heimmasken gegen Studio-Geräte

LED-Masken für zu Hause sind verbreitet und durchaus praktisch für die regelmäßige Anwendung. Sie arbeiten jedoch oft mit geringerer Leistung und weniger präzisen Wellenlängen als professionelle Paneele. Für eine sanfte, dauerhafte Pflege können sie sinnvoll sein, ein gleichwertiger Ersatz für ein hochwertiges Studio-Gerät sind sie nicht. Beim Kauf lohnt der Blick auf konkrete Angaben zu Wellenlänge und Leistung statt auf vage Werbeversprechen.

Für wen sich die Methode eignet

Weil sie schmerzfrei und ohne Ausfallzeit auskommt, ist die LED-Lichttherapie für nahezu jeden Hauttyp zugänglich. Besonders profitieren Menschen mit empfindlicher, zu Rötungen neigender Haut, die kräftigere Verfahren schlecht vertragen, sowie alle, die eine sanfte Begleitung zu anderen Behandlungen suchen. Als alleinige Maßnahme gegen ausgeprägte Falten oder schwere Akne ist sie dagegen zu schwach.

Grenzen und Sicherheit

Die LED-Lichttherapie gilt als sehr sicher, weil sie ohne UV-Anteil und ohne Wärme arbeitet. Dennoch sollte sie bei bestimmten Lichtempfindlichkeiten, bei der Einnahme photosensibilisierender Medikamente oder bei aktiven Hauterkrankungen ärztlich abgeklärt werden. Wunder darf man nicht erwarten: Sie ist eine Ergänzung, kein Ersatz für wirksamere Verfahren.

Ob LED zur eigenen Haut und zum Behandlungsplan passt, klärt eine Hautanalyse. Eine Übersicht verwandter Methoden bietet die Rubrik Gesichtsbehandlungen. Studios mit LED-Angebot finden sich über Kosmetikstudios in deiner Nähe auf beautinda.de.